Der Präsident der Europäischen Zentralbank hat öffentlich erklärt, dass europäische Banken nach Entwicklungen wie Bitcoin-Terminkontrakten an US-Börsen, Positionen in Bitcoin halten könnten

 

08.02.2018

 

Während der Eröffnungsrede und den Schlussbemerkungen bei einer Sitzung des Europäischen Parlaments diese Woche, hat der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, das Thema der Kryptowährungen in Bezug auf die Diskussionen anderer Redner während des Treffens angeschnitten. Der EZB-Chef enthüllte, die Behörde habe keinen aktuellen Trend europäischer Banken beobachtet, Kryptowährungen zu halten. Die Finanzinstitutionen in der Europäischen Union “zeigen einen begrenzten Appetit auf digitale Währungen wie Bitcoin”, fügte er hinzu, und dies sei gegenwärtig der Fall, trotz eines gestiegenen öffentlichen Interesses und der Nachfrage nach Kryptowährungen.

Dieser Trend könnte sich mit der Einführung von Kryptowährungen ändern, die in die Finanzmärkte eindringen, gab der Zentralbankchef zu.

Draghi erklärte:

Neuste Entwicklungen, wie die Notierung von Bitcoin-Futures-Kontrakten durch US-Börsen, könnten aber auch europäische Banken veranlassen, Positionen in Bitcoin zu halten, und deshalb werden wir uns das sicherlich ansehen.

Es ist eine bemerkenswerte Aussage von Draghi, trotz der Beobachtung, dass “ungeregelte” Bitcoin und Kryptowährungen als “sehr riskante Anlagen” betrachtet werden, bei denen Banken Risiken proaktiv berücksichtigen sollten, wenn sie Kryptowährungen in ihr Portfolio aufnehmen. Zur Missachtung vieler Wall-Street-Banken listete die weltweit größte Terminbörse – die CME Group – Mitte Dezember börsengehandelte Bitcoin-Futures-Kontrakte, nachdem CBOE eine Woche vorhin mit einer eigenen Notierung vorangeschritten war.

Der EU-Zentralbankchef deutete auch auf eine bevorstehende einheitliche Aufsicht durch einen “Single Supervisory Mechanism” hin, um die Risiken von digitalen Vermögenswerten gegenüber beaufsichtigten Instituten oder Banken zu überwachen.

Draghi hat zuvor erklärt, dass die EZB nicht die Befugnis habe, Bitcoin zu regulieren, aber seine Äußerungen in dieser Woche deuten auf einen aufsichtsrechtlichen Ansatz hin, der Bitcoin und Kryptowährungen, die von EU-Banken und möglicherweise Nationen angenommen oder erlaubt werden, verschärft. Etwas widersprüchlich schlug Draghi – später in jenem Monat im Oktober 2016 – vor, dass die Kryptowährungen noch nicht so ausgereift sind, dass die EZB eine Regulierung in Erwägung ziehen könnte.

Im November fügte Draghi hinzu, dass der Bitcoin-Sektor und der gesamte Sektor der Kryptowährung “ziemlich begrenzt” seien und für die Zentralbanken keine Risiken als dezentralisierte Kryptowährungen bedeuteten, die die Kontrolle der Geldversorgung durch einige Institutionen grundsätzlich ablehnten.